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Glühbirnenverbote sind sinnvoll. Oder nicht?
— MAX GROSSMANN —
- Einleitung
- CO²-Ersparnis: Propaganda oder nicht?
- Weitere Probleme
- Wie funktionieren die Röhren?
- Weiterführende Links
Ab dem 1. September 2009 ist die Herstellung von ineffizienten Glühbirnen mit 100 Watt und
mehr in der Europäischen Union verboten (Glühbirnenverbot). Das hat der EU-Energiekommissar Andris Piebalgs
durchgesetzt. In mehreren Etappen sollen in den nächsten drei Jahren fast alle Glühbirnen
vom Markt verschwinden, stattdessen werden Energiesparlampen angeboten. Doch das Verbot geht völlig nach hinten los - viele Verbraucher
tätigen sogenannte „Hamsterkäufe“, teilweise werden Produkte für die nächsten 20 Jahre
eingekauft. Denn es stellt sich die Frage, ob man die ausgediente Edison-Birne nicht besser
mit einem Aufschlag von fünf Euro versehen hätte (der auch wieder der EU zugekommen wäre). Denn, mal ehrlich: Wie sieht eine
Leuchtstoffröhre auf einem barocken Kronleuchter in der bayrischen Provinz aus?
Die Energiesparlampen wandeln mehr als 85% des zugefügten elektrischen Stroms in Licht um,
Glühbirnen dagegen nur 15%, der Rest wird zu Wärme. Daher wird angeführt, dass durch die Herstellung
des überflüssigen Stroms (der zu Wärme wird) CO² ausgestoßen wird. Doch es fragt sich, wieviele
Prozent des deutschen „Stromsees“ wirklich noch aus Kohlekraftwerken stammen. Ist nicht der meiste
Teil aus Atomkraftwerken, die gar kein CO² entstehen lassen? Hat nicht RWE effiziente Möglichkeiten zur CO²-Filterung entwickelt? Sehr seltsam (oder wie der Amerikaner sagt: very strange). Und warum stammt der Strom für Sparlampen nicht aus Kohlekraftwerken?
Ein großer, aber immer wieder unbeachteter Punkt, ist die Herstellung des giftigen Schwermetalls
Quecksilber (Element Hg), der in den Energiesparlampen enthalten ist. Für die Herstellung des flüssigen Metalls
lässt man das Quecksilbererz Zinnober mit Sauerstoff oxidieren. Dieses Verfahren nennt man
Röstung oder im Nominal „Röstverfahren“. Es ist nicht geklärt, ob dabei CO² entsteht, vielleicht
aus taktischen Gründen, um eine große Branche nicht zu beschädigen. Auf jeden Fall besitzt jede Sparlampe einen
Mikrochip zur Steuerung des Gasflusses und sie sind auch deutlich teurer. Ich möchte nicht wissen, wieviele Milliarden Tonnen CO² durch die Herstellung
erzeugt werden.
Eindeutig ist aber, dass manche Schwellenländer (wie China, Serbien oder Algerien) große Hg-Vorkommen
besitzen. In den Betrieben zur Förderung wird teilweise gegen Menschlichkeitsgrundsätze verstoßen, von
der fehlenden Sicherheit ganz zu schweigen. Somit ist der humane Aspekt der umwobenen Energiesparlampen
sehr, sehr... fehlend.
Eines der größten Probleme dieser Lampen ist die schlechte Entsorgung. Energiesparlampen dürfen nicht
in den Hausmüll geworfen werden, aufgrund des enthaltenen Quecksilbers. Trotzdem werden etwa 91 Prozent in
die Tonne entsorgt (!). Nur 9% finden ihre letzte Ruhestätte auf der Wertstoffhalde.
Ein weiteres Problem ist die systematische Belügung der Verbraucher. Bei der Edisonbirne konnte man bedenkenlos
zugreifen, währenddem man bei ESL (Abk. für EnergieSparLampe) erstmal Testberichte lesen muss. Denn nicht
selten werden utopische Versprechen nicht gehalten (á la „entspricht einer 80 Watt-Birne mit wohlig warmen Licht
und einer bedenkenlosen Nutzung und Entsorgung“). Für Privathaushalte, wo andauernd Licht an- und ausgeknipst wird,
geht die Lebenszeit in den Keller. Energiesparlampen streuen Licht in Frequenzen, die dem Tageslicht nicht im entferntesten
nahkommen. Somit können solche Leuchtstoffröhren bei empfindlichen Personen zu Kopfschmerzen führen. Glühbirnen sind dimmbar,
höherwertige ELS aber auch. Diese sind aber auch viel teurer.
Ich frage mich, ob die vielfach höheren Herstellungspreise für ELS im Endeffekt eine Einsparung bringen. Auf jeden
Fall ist ein Verbot der bewährten Glühbirne Schwachsinn, wobei doch der Spareffekt gar nicht nachgewiesen ist.
Energiesparlampen gehören zur Gruppe der Leuchtstoffröhren, wie auch Halogenlampen. Durch einen elektrischen Impuls
wird ein Gas (meist Argon) aktiviert, welches beginnt, im UV-Bereich zu leuchten. Da UV-Licht für das menschlische
Auge nicht sichtbar ist, werden die ultravioletten Strahlen mithilfe eines Salzes oder einer anderen Chemikalie in
sichtbares Licht umgewandelt.
— MAX GROSSMANN
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